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Pubertät - Der Anfang vom Ende?


Ein Blick auf eine Lebensphase, die Kinder verändert und Eltern herausfordert.


Früher hieß es oft: „Jetzt wird sie komisch – ist halt die Pubertät.“

Ein Satz, der heute noch fällt, manchmal mit einem Lächeln, manchmal mit einem Seufzen. Doch hinter dieser Vereinfachung steckt eine Lebensphase, die viel mehr ist als „komisch sein“. Die Pubertät ist nicht nur eine Zeit des Wandels für Kinder und Jugendliche. Sie ist auch eine Zeit, die Eltern auf die Probe stellt.


Was passiert in der Pubertät eigentlich?

In der Pubertät beginnt ein Kind, sich abzulösen. Körperlich, emotional und geistig. Es denkt eigenständiger, fühlt intensiver, spürt Widersprüche und möchte sich selbst finden. Dabei stellt es vieles infrage, was vorher selbstverständlich war: Regeln, Autoritäten, Erwartungen. Es will wissen: Wer bin ich? Was will ich? Was ist mir wichtig und nicht euch?

Dieser Prozess ist weder ruhig noch geradlinig. Er ist holprig, widersprüchlich, laut und manchmal auch verletzend. Viele Eltern erleben ihr Kind plötzlich als zickig, verschlossen oder rebellisch. Doch hinter diesen Verhaltensweisen stecken oft Unsicherheit, Überforderung oder das Bedürfnis nach Orientierung. Nur eben nicht mehr als Kind, sondern auf dem Weg zum „Ich“.


Pubertät
Pubertät

Eltern im Umbruch: Vom Loslassen und Aushalten

Die Pubertät ist nicht nur ein Entwicklungsprozess für Kinder, sondern auch für Eltern. Sie müssen lernen, ein Stück weit loszulassen. Ihr Kind nicht mehr zu „halten“, sondern zu begleiten. Das ist nicht leicht, denn das Loslassen fühlt sich oft wie ein Verlust an. Der vertraute kleine Mensch entfernt sich, wird still oder trotzig, sucht Abstand. Und Eltern stehen davor und fragen sich: Was ist nur los mit meinem Kind? Habe ich etwas falsch gemacht?

Was jetzt hilft: nicht alles persönlich nehmen. Jugendliche „provozieren“ oft nicht, um zu verletzen, sondern weil sie sich selbst kaum verstehen. Sie testen Grenzen, suchen Nähe, fordern Unabhängigkeit. Das ist kein Angriff, sondern Entwicklung.


Raum geben, aber nicht allein lassen

Jugendliche brauchen jetzt beides: Freiheit und Halt. Eltern dürfen sich also nicht völlig zurückziehen, nur weil ihr Kind abweisend wirkt. Es geht vielmehr um ein feinfühliges Gleichgewicht: unterstützen, wenn Unterstützung gewünscht ist und sich zurücknehmen, wenn das Kind seinen eigenen Raum braucht.

Nicht jede Stimmung ist ein Notfall. Nicht jede Zickerei braucht eine Antwort. Aber: Wenn das Verhalten dauerhaft destruktiv wird, sich das Kind stark verändert oder sich zurückzieht, dann braucht es elterliche Präsenz, nicht Kontrolle, sondern echtes Interesse.


Pubertät ist keine Ausrede

Ein häufiger Fehler ist, jedes auffällige Verhalten mit „Das ist halt die Pubertät“ abzutun. Damit wird übersehen, dass manche Schwierigkeiten tiefer gehen können: Ängste, Überforderung, innere Konflikte. Pubertät kann Vieles erklären, aber nicht alles entschuldigen.

Eltern sind daher gut beraten, wach zu bleiben, ohne ständig zu bewerten. Zuzuhören, ohne gleich zu analysieren. Zuzulassen, ohne gleich zu verlieren.


 
 
 

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