Angst - Wenn sie den Alltag bestimmt
- wolfingersandra
- 26. Juli 2025
- 2 Min. Lesezeit
Ängste bei Kindern und Jugendlichen verstehen
Angst gehört zum Leben. Sie schützt uns, warnt uns, macht uns wachsam. Doch wenn Ängste überhandnehmen, den Alltag einschränken oder nicht mehr verschwinden, können sie zu einer echten Belastung werden, besonders für Kinder und Jugendliche. Oft zeigt sich Angst bei jungen Menschen nicht als klar benennbares Gefühl, sondern durch körperliche Beschwerden, Rückzug oder auffälliges Verhalten. Umso wichtiger ist es, genau hinzuschauen.

Wann Angst zum Problem wird
Kinder haben von Natur aus bestimmte Ängste, die entwicklungsbedingt völlig normal sind; Angst vor Dunkelheit, Trennung oder lauten Geräuschen zum Beispiel. Doch wenn diese Ängste übermäßig stark oder anhaltend werden, wenn sie sich ausweiten oder die Lebensfreude trüben, kann das ein Hinweis auf eine behandlungsbedürftige Angststörung sein.
Typische Anzeichen können sein:
häufige Bauch- oder Kopfschmerzen ohne körperliche Ursache
Vermeidung von Situationen (z. B. Schule, soziale Kontakte)
ständiges Sorgenmachen („Was ist, wenn...?“)
Schlafprobleme, Reizbarkeit, Übermüdung
übermäßiger Rückzug oder Unruhe
Nicht selten stehen hinter solchen Symptomen unerkannte Ängste: vor Bewertung, Trennung, Ablehnung, Kontrolle zu verlieren oder einfach dem Gefühl, „nicht gut genug“ zu sein.
Was Kinder in der Angst wirklich brauchen
Kinder (und auch Jugendliche) brauchen vor allem eines: Sicherheit. Nicht im Sinne von Kontrolle oder Schutz vor allem Möglichen, sondern im Erleben von „Ich bin nicht allein mit dem, was ich fühle.“ Angst ist nicht „falsch“, sondern ein Ausdruck innerer Überforderung.
Hilfreich sind:
ein achtsames, nicht wertendes Zuhören
klare Strukturen, aber ohne Druck
gemeinsames Erforschen der Angst („Wie fühlt sie sich an?“ „Wann kommt sie?“)
sanfte Körperübungen, die regulierend wirken
kreative Wege, über Gefühle zu sprechen (z. B. mit Bildern, Symbolen oder Geschichten)
Vor allem aber brauchen Kinder Bezugspersonen, die nicht entwerten oder drängen, sondern präsent und ruhig bleiben – auch wenn das Kind emotional „wegdriftet“.
Angst als Chance für Wachstum
Auch wenn Angst im Moment als Bedrohung erscheint: Sie kann eine Tür sein. Eine Einladung, genauer hinzuhören. Kinder, die lernen, ihre Angst zu verstehen und mit ihr umzugehen, gewinnen langfristig an Selbstwirksamkeit und innerer Stärke. Sie brauchen dafür nicht viele Worte, sondern Menschen, die sie fühlen lassen: Du bist sicher. Ich bin bei dir. Du schaffst das nicht allein, aber wir gemeinsam.
Manchmal ist die Angst zu groß, um sie in der Familie allein zu tragen. Dann kann professionelle Begleitung hilfreich sein, in einem geschützten Raum, mit kreativen Mitteln, in ruhigem Tempo.




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