Mobbing - wie Eltern helfen können
- wolfingersandra
- 29. Juli 2025
- 2 Min. Lesezeit
Mobbing in der Schule ist ein weit verbreitetes Problem. Oft fängt es bereits im Grundschulalter oder sogar im Kindergarten an. Besonders tragisch: Die Kinder, die Hilfe suchen, werden häufig stigmatisiert, obwohl sie die Opfer sind.
Früh erkennen: Mobbing beginnt oft früh
Bereits im Kindergarten zeigen sich erste Warnsignale: Rückzug, körperliche Beschwerden oder häufiges Alleinspielen. Das kann ein Hinweis auf Mobbingversuche sein.
In der Schule erleben zwischen 10 % und 35 % aller Kinder Formen von Mobbing, sei es verbal, körperlich oder online.
Opfer trägt die Last, aber niemals die Schuld
Betroffene Kinder suchen meistens aktiv Hilfe – oft bei Eltern, Lehrkräften oder einem Psychologen. Das führt jedoch dazu, dass sie sich fälschlich schuldig fühlen – eine große psychische Belastung.
Es ist entscheidend, Kindern klar zu vermitteln: Du bist nicht schuld, die Schikane ist nicht gerechtfertigt!
Eltern können unterstützen und so geht's
a) Zuhören & Emotional stabilisieren
Sprecht behutsam über Gefühle und Beobachtungen, ohne Druck („Du musst dich wehren“).
Zeigt Verständnis und bestätigt das Vertrauen des Kindes: „Ich stehe zu dir.“
b) Selbstbewusstsein stärken
Fördert Erfolge in Hobbys oder sozialen Gruppen, denn das stabilisiert und stärkt das Kind.
Ermutigt Austausch mit Gleichaltrigen, z. B. in Chats, bei Beratungsstellen oder Onlineforen.
c) Schule gezielt einbinden
Setzt auf konstuktive Gespräche mit Lehrer:in und ggf. der Schulleitung und immer mit Einverständnis des Kindes.
Mobbing ist meist ein Gruppenphänomen. Deshalb brauchen Interventionen oft sowohl Sichtweisen als auch Mitläufer:innen.
d) Externe Hilfe nutzen
Beratungsstellen, Kinderpsycholog:innen oder Coaching bieten Halt und sie frühzeitig aufzusuchen ist sinnvoll.
Niedrigschwellige Angebote wie Krisenchat oder Jugendnotmail bieten anonym Unterstützung rund um die Uhr.

Was Kinder selbst tun können
Bezugsperson suchen: Vertrauen aufbauen zu Eltern, Lehrer:innen oder Freundinnen
Deeskalieren statt kämpfen: Keine körperliche Gegenwehr, sondern Hilfe holen.
No-Blame Approach & Peer-Gruppen: Einige Schulen nutzen gruppendynamische Ansätze wie den „No Blame Approach“ oder die Farsta-Methode. Hier steht nicht die Schuld, sondern der Umgang im Vordergrund.
Prävention & langfristige Strategien
Schulmediation über Streitschlichter:innen, Peer-Gruppen oder externe Mediator:innen hilft, Konflikte langfristig zu lösen.
Präventionsprogramme wie Aufklärung, Workshops oder Klassenarbeitsgruppen unterstützen Abbau von negativen Gruppendynamiken.
❗ Folgen von Mobbing & Wichtigkeit des Eingriffs
Ohne Hilfe kann Mobbing das Selbstwertgefühl nachhaltig schädigen, zu Schulangst, Depression oder späteren beruflichen Nachteilen führen.
Ein frühzeitiger und strukturierter Eingriff schützt langfristig für das Wohl des Kindes und das System Schule.
Fazit & Handlungsempfehlungen
Mobbing beginnt oft früh und trifft unschuldige Kinder, die dann die Last tragen und sich oft allein fühlen.
Wichtig ist:
Zuhören & festes Vertrauen aufbauen: dem Kind vermitteln: „Du hast keine Schuld“
Selbstwert fördern: Austausch ermöglichen und Stärke im sozialen Umfeld suchen
Professionelle Hilfe ernst nehmen: Beratungsstellen, Psychologen, Chats etc.
Schule partnerschaftlich einbinden: in Absprache mit dem Kind
Präventive Maßnahmen unterstützen: auch auf Gruppenebene und langfristig
Kinder und Eltern sind kein Problem, sie sind Teil der Lösung und mit Empathie, klaren Strukturen und frühzeitiger Intervention lässt sich Mobbing wirksam bekämpfen.




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